Haarausfall: die Ursache steht vor der Behandlung
Haarausfall ist keine Diagnose, sondern ein Symptom. Vier Formen kommen in der Praxis regelmäßig vor: der anlagebedingte, der diffuse, der kreisrunde und der vernarbende. Sie unterscheiden sich in Ursache, Verlauf und Behandlung grundlegend – und nur eine davon eignet sich für eine Transplantation.
Wie erkenne ich anlagebedingten Haarausfall?
An einem typischen Muster: bei Männern Geheimratsecken und Tonsur, bei Frauen eine diffuse Ausdünnung über dem Scheitel bei erhaltener Haarlinie. Er schreitet langsam über Jahre fort und ist die mit Abstand häufigste Form.
Was ist diffuser Haarausfall?
Ein gleichmäßiger Verlust über den ganzen Kopf, meist zwei bis drei Monate nach einem Auslöser: Erkrankung, Operation, Geburt, starker Gewichtsverlust oder erheblicher Stress. Er ist in der Regel vorübergehend und bildet sich zurück.
Woran erkenne ich kreisrunden Haarausfall?
An scharf begrenzten, münzgroßen kahlen Stellen, die innerhalb weniger Wochen entstehen. Dahinter steht eine Autoimmunreaktion. Diese Form gehört in dermatologische Behandlung – eine Transplantation ist hier nicht angezeigt.
Was bedeutet vernarbender Haarausfall?
Der Follikel wird durch einen entzündlichen Prozess dauerhaft zerstört und durch Narbengewebe ersetzt. Zeichen sind Rötung, Schuppung, Brennen und eine glänzende, glatte Kopfhaut ohne sichtbare Follikelöffnungen. Hier zählt schnelle Abklärung, weil der Verlust endgültig ist.
Was gehört zur Diagnostik?
Anamnese, Untersuchung der Kopfhaut mit Vergrößerung, gegebenenfalls ein Zugtest und Laborwerte: Blutbild, Ferritin, Schilddrüse, Vitamin D. Bei Verdacht auf eine vernarbende Form kann eine Gewebeprobe nötig werden.
Wie viel Haarverlust ist normal?
Etwa achtzig bis hundert Haare täglich. Mehr fällt vielen erst auf, wenn sich das Muster ändert oder die Kopfhaut durchscheint. Ein Blick auf ältere Fotos ist oft aussagekräftiger als das Zählen im Abfluss.
Wann sollte ich abklären lassen?
Bei plötzlichem oder ungewöhnlich starkem Ausfall, bei kahlen Stellen, bei Beschwerden der Kopfhaut und bei Haarausfall in jungem Alter. Je früher der vernarbende Typ erkannt wird, desto mehr lässt sich erhalten.
Was ist der praktische Schluss?
Erst die Form bestimmen, dann behandeln. Eine Transplantation ist nur bei stabilem anlagebedingtem oder narbigem Verlust nach abgeschlossener Entzündung sinnvoll. Mehr dazu: Haartransplantation.
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