Bruxismus: Botox beim nächtlichen Zähneknirschen
Bei Bruxismus, dem meist nächtlichen Zähneknirschen und Pressen, kann eine gezielte Behandlung des großen Kaumuskels dessen Kraft reduzieren. Die Folge sind weniger Muskelschmerzen, weniger morgendliche Verspannung und ein geringerer Abrieb an den Zähnen.
Was steht vor dieser Behandlung?
Die zahnärztliche Abklärung und in aller Regel eine Aufbissschiene. Sie schützt die Zähne und ist der erste Schritt. Die Muskelbehandlung kommt dann infrage, wenn die Beschwerden trotz Schiene bestehen bleiben – nicht als Ersatz dafür.
Verschwindet das Knirschen dadurch?
Nein. Das Knirschen ist ein zentral gesteuertes Geschehen, oft stressbedingt, und wird durch die Behandlung nicht abgeschaltet. Reduziert wird die Kraft, mit der es geschieht – und damit der Schaden, den es anrichtet.
Welche Beschwerden bessern sich?
Häufig berichtet werden weniger morgendliche Kieferschmerzen, gelockerte Schläfenmuskulatur und ein leichteres Öffnen des Mundes. Auch Kopfschmerzen, die von der verspannten Kaumuskulatur ausgehen, können zurückgehen.
Verändert sich die Gesichtsform?
Bei wiederholter Behandlung ja, weil ein weniger beanspruchter Muskel an Volumen verliert. Das schmälert das untere Gesichtsdrittel sichtbar. Für manche ist das ein erwünschter Nebeneffekt, für andere ein Grund zur Zurückhaltung – wir sprechen es vorher an.
Beeinträchtigt es das Kauen?
Bei angemessener Dosierung nicht spürbar. Wird zu viel gesetzt, kann das Kauen fester Speisen in den ersten Wochen anstrengender werden. Deshalb beginnen wir zurückhaltend und steigern erst bei der Kontrolle, wenn es nötig ist.
Wie lange hält die Wirkung?
Am Kaumuskel oft länger als im Gesicht, meist vier bis sechs Monate. Der Muskel ist groß und die eingesetzte Menge entsprechend höher. Viele kommen zwei- bis dreimal jährlich.
Was gehört zusätzlich dazu?
Stressbewältigung, Physiotherapie für die Kiefermuskulatur und eine ehrliche Betrachtung von Schlafqualität und Belastung. Die Behandlung nimmt Druck heraus, löst die Ursache aber nicht. Zum Verfahren: Botox.
Woran erkenne ich, dass ich knirsche?
An morgendlichen Kiefer- oder Schläfenschmerzen, an Abdrücken der Zähne an der Zungenkante und an abgeflachten Kauflächen, die der Zahnarzt bemerkt. Manche werden erst durch den Partner darauf aufmerksam. Ein spürbar kräftiger, hervortretender Kaumuskel an der Wange ist ein weiteres deutliches Zeichen.
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